Beiträge
Was darf ich nach dem Entzug noch fahren?
Der Entzug betrifft die Lenkberechtigung — und damit nicht automatisch alles, was Räder hat. Diese Seite ordnet die Fahrzeuge danach, ob sie überhaupt eine Lenkberechtigung voraussetzen.
veröffentlicht 02.08.2026

Überblick
Die eine Frage, die alles entscheidet
Ein Entzug nimmt Ihnen die Lenkberechtigung. Ob ein Fahrzeug davon erfasst ist, hängt allein daran, ob es überhaupt eine Lenkberechtigung voraussetzt.
Der Entzugsbescheid spricht über Klassen der Lenkberechtigung, nicht über Fortbewegung. Wo für ein Fahrzeug keine Lenkberechtigung nötig ist, kann sie auch nicht entzogen werden — dort ändert der Bescheid nichts.
Diese Trennlinie erklärt fast alle Antworten in diesem Beitrag. Sie erklärt auch, warum die Antwort auf die Moped-Frage nicht allgemein gegeben werden kann: Für das Moped braucht es eine Berechtigung, und ob sie mitentzogen wurde, steht in Ihrem Bescheid.
Details
Fahrrad, E-Bike und E-Scooter
Für diese drei brauchen Sie keine Lenkberechtigung — und ein Entzug erfasst sie deshalb nicht.
Das Fahrrad ist kein Kraftfahrzeug. Es setzt keine Lenkberechtigung voraus, und der Entzug wirkt sich darauf nicht aus. Dasselbe gilt für das Elektrofahrrad in der Bauart, die der Gesetzgeber dem Fahrrad gleichstellt, und für den E-Scooter, den die Straßenverkehrsordnung wie ein Fahrrad behandelt.
Was für alle drei weiter gilt, sind die Verkehrsregeln — und insbesondere die Alkoholbestimmungen. Auch für Radfahrerinnen und Radfahrer gibt es eine Grenze, und beeinträchtigtes Radfahren ist eine eigene Übertretung. Wer während eines Alkohol-Entzugs alkoholisiert Rad fährt, riskiert nicht nur diese Strafe, sondern liefert der Behörde einen weiteren Anhaltspunkt für die Beurteilung der Verkehrszuverlässigkeit — mit Auswirkungen auf die Dauer.
Eine Einschränkung, die man kennen sollte: Ein Bescheid kann mehr anordnen als den Entzug einer Klasse. Was für Sie gilt, steht in seinem Spruch — und deshalb steht die Regel oben unter dem Vorbehalt, dass Ihr Bescheid nichts anderes sagt.
Nicht primärquellengeprüft
Welche Fahrzeuge eine Lenkberechtigung verlangen, ist hier nicht aus dem Gesetzestext belegt
KFG 1967 · FSG — Fahrzeug- und Klassendefinitionen, in dieser Runde nicht erschlossen
Folgen
Moped, Mofa und alles mit Kennzeichen
Hier entscheidet der Spruch Ihres Bescheids, nicht eine Faustregel.
Für das Moped brauchen Sie einen Mopedausweis oder die Klasse AM. Beides ist eine Berechtigung, und beides kann Gegenstand eines Entzugs sein. Ob es das in Ihrem Fall ist, steht im Spruch des Bescheids — dem Teil ganz oben, nicht der Begründung darunter.
Ein häufiger Irrtum: Der Entzug der Klasse B erfasst nicht automatisch alle anderen Klassen, und ebenso wenig erfasst er automatisch keine. Die Behörde entscheidet über den Umfang, und sie kann sich auf einzelne Klassen beschränken. Lesen Sie den Bescheid genau, und fragen Sie im Zweifel bei der ausstellenden Behörde nach — diese Auskunft ist kostenlos und schneller als jede Recherche.
Und der teuerste Irrtum überhaupt: Lenken während des Entzugs. Das ist eine eigene Übertretung, es verlängert die Zeit ohne Lenkberechtigung faktisch und es beschädigt die Prognose, um die es beim Entzug eigentlich geht. Es gibt keine Konstellation, in der sich das rechnet.
Folge
Der Lauf beginnt mit der Abgabe
FSG §§ 24, 25 — Umfang, Beginn und Dauer im Bescheid
Nächster Schritt
Führerscheinentzug
Wann die Lenkberechtigung entzogen wird, wie lange mindestens, was bei Alkohol gilt und wie das Vormerksystem wirkt — mit Fundstelle zu jedem Wert.
Weiterlesen
Anonymverfügung und die anderen drei
Vier Schreiben, vier Regeln. Der Name oben auf dem Blatt entscheidet über Höchstbetrag, Rechtsmittel, Frist und darüber, ob überhaupt etwas eingetragen wird — und dieser Unterschied ist wichtiger als der Betrag darunter.
Ratgeber
Die längeren Antworten: was ein Schreiben wirklich bedeutet, was nach einem Entzug erlaubt bleibt, und woran man erkennt, ob ein Brief echt ist.
Geschwindigkeitsüberschreitung
Die häufigste Übertretung — und die mit den meisten Stufen. Der Rahmen steigt mit der Überschreitung, an zwei Stellen nennt das Gesetz einen fixen Betrag, und ab einer bestimmten Höhe steht nicht mehr das Geld im Vordergrund, sondern der Führerschein und das Fahrzeug.
Häufige Fragen